Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

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Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Ostern 2014 – Meister Yang ist wieder da und mit ihm seine Tochter. Für uns und unsere Schüler eine außergewöhnliche Zeit voller Begegnung mit uns selbst, anderen und dem Taijiquan. Diesmal stehen die Schwertform, die acht Grundtechniken und Tui Shou auf dem Programm. Meister Yang unterrichtet in gewohnter Manier: streng, genau und auf einem hohen Niveau.

Erster Kreis
Zweiter Kreis
Dritter Kreis
Vierter Kreis
Fünfter Kreis

Im Unterricht und auch in den Pausen lenkt er immer wieder unsere Aufmerksamkeit auf das Yin-Yang-Zeichen, dessen Bedeutung und Stellung im Taijiquan. Anhand von fünf kleinen Skizzen die er vor einigen Jahren gemacht hat und die bei uns in der Schule hängen, erklärt er auch die Entwicklung, die ein Schüler im Taijiquan macht.

Als erstes kommt die Koordination von Armen und Beinen, die Richtung in die wir uns wenden, ein Raumgefühl entsteht.

In den Fluss kommen, Bewegungen fließender ausführen, weicher und geschmeidiger werden, ist das nächste Bild.

Danach folgt die Wahrnehmung für Yin und Yang in der Form, diese Kräfte deutlich herausarbeiten, verstehen und in Harmonie bringen, sind bei diesem Prozess die nächsten Schritte. An dieser Stelle arbeiten wir, erklärt er uns Teilnehmern.

Das vierte Bild stellt den Prozess dar, der sich vom Äußeren nach innen fortsetzt, Yin und Yang gehen fließend ineinander über, sind nach außen nicht mehr ganz so deutlich zu erkennen. Die Bewegungen werden nach außen kleiner, im Inneren jedoch größer, die Vorstellungskraft entwickelt sich.

Zuletzt, dargestellt durch einen leeren Kreis, löst sich alles auf, das Selbst und die Form. Es entsteht Leere, aber im positiven Sinn, also Freiheit. Der Übende lässt sich führen, ohne Eigenwollen, er folgt dem Fluss, innen wie außen.

Einen weiteren Satz gibt Meister Yang uns noch mit auf den Weg:

»Nur durch stete Wiederholung wird der Stoff zum Eigentum des Lernenden.«

Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He
Kultureller Austausch mit Meister Yang Zhen He

Wir bedanken uns bei Meister Yang Zhen He, für seine großzügige Weitergabe seines Wissens. Bei Faridah Jensch für ihre unermüdliche und hervorragende Übersetzungsarbeit. Bei allen Teilnehmern, die mit viel Freude und Motivation dabei waren. Und bei allen die uns vor und während dieser Zeit geholfen haben.

4 Kommentare

  1. Schön geschrieben. Es bleibt spannend, ob und wann man es persönlich schafft, sich so weiter zu entwickeln, um die nächste Phase oder hier das nächste Blatt zu erreichen. Am regelmäßig üben wird man wohl nicht vorbei kommen. Ich hoffe, nächstes Jahr habe ich auch die Gelegenheit, den Meister persönlich kennen zu lernen und bin nach den ganzen Erzählungen und Berichten schon sehr gespannt.

  2. Das Ziel vor Augen erkennen wir:
    Der Weg ist das Ziel.
    Auf dem Weg dann:
    Es gibt keinen Weg, nur Gehen.
    Im Gehen bleibt schließlich nur:
    Der eine Schritt.
    Und am Ende:
    Kein Ziel, kein Weg, kein Gehen, kein Schritt,
    Freiheit.

  3. Nach dem China-Aufenthalt in 2012 mit Heinz Günter Saemann und Meister Yang Jian Chao war mir schnell klar, dass ich gerne irgendwann wieder nach China zum Taijiquan-Training reisen möchte – wenn irgendwie machbar für mich und meine Familie. Es scheint nun so, dass es nächstes Jahr erneut klappen könnte – dann zu Meister Yang Zhen He, den ich bislang nur vom Sehen und vom Hörensagen kannte: Streng sollte er sein und für uns Westler manchmal etwas „unbequem“. Ganz bewußt habe ich mich daher für die Schwertform und dann erneut Ende Mai 2014 für die 85er Handform angemeldet – ich wollte einfach sehen, wie es/er wirklich ist und ob ich mir das in 2015 bei ihm in Handan vorstellen kann.
    Nun ist es ganz einfach: ich kann, es paßt – natürlich ist Meister Yang streng, der Unterricht ist anstrengend und das hartnäckige Wiederholen erscheint mir manchmal unbequem, vor allem, weil immer wieder die Schwachstellen geübt werden und Meister Yang dann auch einmal meckert. Aber: gelacht wurde natürlich auch, Meister Yang kann lachen… da lachen alle mit, das muss man auch einmal erlebt haben. Aber das für mich Wichtigste: sein vorbehaltsloses Teilen und Weitergeben seines Wissens, seines Könnens, seiner Erfahrung wiegt „das Unbequeme“ mehrfach auf. Jede Stunde, jede Minute erscheint mir auch im Nachhinein noch als sehr, sehr wertvoll.
    Ich möchte daher wirklich alle ermutigen, die kommenden Gelegenheiten im Herbst mit Meister Yang Jian Chao und um Ostern 2015 herum mit Meister Yang Zhen He zu nutzen, um in Eurem und für Euer Taijiquan all das mitzunehmen, was beide Meister uns so großzügig und in einer unvergleichlichen Qualität anbieten. Jeder einzelne wird da abgeholt, wo er gerade steht – jeder nimmt daher etwas anderes, immer aber unendlich Vieles, mit.
    Heinz Günter und Johanna bieten uns allen einen wunderbaren Unterricht und zusätzlich viel Bereicherung auf so vielen Gebieten – auf den kulturellen Austausch sind wir alle somit – meiner Erfahrung nach – hervorragend vorbereitet. Danke an Euch beide!

  4. Pingback: Leere | Taijiquan-Schule Ortenau