Was mich bewegt

am

Heinz Günter und Johanna

Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist ausgetragen –
und dann
gebären…

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch.

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit…

Man muss Geduld haben,
gegen das ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremdem Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Frage lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke

Das Taiji-Jahr geht nun langsam zu Ende und zur rechten Zeit erhielt ich von einem Schüler dieses wunderbare Gedicht von Rainer Maria Rilke. In der Begegnung mit sich selbst ist Wandlung möglich. Für mich war es ein Jahr voller Wunder und Wachstum. Die Begegnungen mit Meister Yang Jian Chao und Großmeister Yang Zhen He waren erfüllt von lehrreichen Stunden und innerem Erleben. In unserem gemeinsamen Studium des Taijiquan dürfen wir unseren Schülern immer wieder auf unterschiedlichen Ebenen begegnen. Eure Aufmerksamkeit, eure Neugierde, eure Freude am Lernen und die Bereitschaft, euch selbst zu begegnen, bewegen Johanna und mich tief. Danke!

Wir freuen uns auf weitere Begegnungen und auf eure und unsere eigene, ungestörte Entwicklung und wünschen Euch einen erholsamen und schönen Sommer!

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